Galerie und Geschichte

Jährlich finden seit 1986 mehre Baukurse im Tessin statt, anfänglich in Ponte Tresa, seit 2013 in Pura. Bis 2016 wurden die Kurse durch Werner Rohr geleitet, in den letzten Jahren wurden zusätzliche Kurse durch Hans Lei durchgeführt.

 

Bild: 1. Baukurs 1986

Zu den ersten und total begeisten Kursteilnehmer gehörte Walter Oertly

Die BLS Ae 4/4 in Spur 0 war das erste in einem Baukurs im Tessin hergestellte Modell. Das Gehäuse war aus gefrästem Messing, der Kopf aus Schleuderguss. Als Antrieb wurden zwei ESCAP-Motoren verwendet, die Räder waren aus Aluminium Temperaguss, von HERMANN geliefert.

Als Vorbild diente die Nr. 251, die 1944 von der BLS in Betrieb genommen wurde.

 

Im Jahr 1987 wurde die SBB Re 4/4 I in den Kursen hergestellt. Für diese wurde ein HAG-Gehäuse aus Zink-Druckguss verwendet, welches verfeinert wurde. Ab 1991 wurden Ätzteile verwendet, dank Albert Lang, der die Vorlagen für die Ätzplatten zeichnete.

 

Die beiden Lokomotiven auf den Bilder oben und unten hat René Mühlethaler gebaut.

Von 1986 bis 2006 fanden die Baukurse im Motel Ponte Tresa statt. Oberhalb des Motels befand sich die Casa Jasmin, in deren Erdgeschoss sich der Kurs-Arbeitsraum befand.

Die SBB Re 4/4 wurde zum Führen der beliebten "Leichtschnellzüge" gebaut, Achslast nur 14 t. Als Vorbild diente der SBB die bewährte BLS Ae 4/4. Das Original, erstmals 1946 in Betrieb genommen, hatte ein Gewicht von 57 t, eine Leistung von 2'480 PS und erreichte eine Geschwindigkeit von 125 km/Std. Die ersten Lokomotiven (Nr. 10001 - 10026) hatten Fronttüren. Ab dem Jahr 1950 wurden die Lok ohne Fronttüren gebaut (Nr. 10027 - 10050). Ab dem Jahr 1963 wurden auf einer Seite Düsen-Lüftungs-Jalousien angebracht, die hintere Führerstandstüre zugeschweisst und die Treppe entfernt, wodurch eine sitzende Bedienung möglich wurde. Die ersten Lok waren grün, später wurden einzelne Lok im TEE-Anstrich, auch in rot, blau und hellgrün gespritzt.

Bild unten: Die von Donald Roschi erbaute SBB Re 4/4

Die Leichtstahlwagen der SBB wurden erstmals im Jahr 1937 ausgeliefert. Infolge Rohstoffmangel während des Krieges konnte die Umstellung auf die beliebten "Leichtschnellzüge" nur zögernd erfolgen. Der tausendste Wagen konnte 1955 feierlich abgeliefert werden. Alsdann folgte noch eine Bestellung von 210 Wagen mit Mitteleinstieg. Die Versetzung der Wagen in den Regionalverkehr erfolgte in den 60-er Jahren.

 

In Spur 0 wurden von Werner Rohr ab dem Jahr 1988 total 500 Bausätze hergestellt. Das Modell hat einen Kasten aus hochwertigem Epoxy-Harz mit Metallstaub-Beigabe, hergestellt von Ulrich Lang. Die Drehgestelle sind aus Bronce und Messing-Schleuderguss genau dem Vorbild nachgebaut. Die Abriebbuchstaben stellte ein Auslandschweizer in Kanada her.

Bilder: Ls AB von René Mühlethaler und BDe 4/4 mit zwei Ls von Peter Ochsner

Der vierachsige Güterwagen Rs 85 390 mit Rungen wurde ursprünglich als Langholz-Transportwagen verwendet. Er konnte aber auch zum Container-Transport eingesetzt werden.

Im Jahr 1990 wurden von Ulrich Lang 50 Bausätze in Spur 0 hergestellt, ganz aus Metall, mit beweglichen Rungen, Federpuffer, Bremsschläuchen, Seilhaken, Handrad und Modellkupplungen.

Bild: SBB Güterwagen RS 85 390  in Spur 0 von Donald Roschi

Fünf Ae 8/8 "Muneli" wurden von der BLS zwischen 1959 und 1966 in Betrieb genommen. Sie hatten ein Dienstgewicht von 160 Tonnen, acht Antriebsmotoren, 8'800 PS, eine maximale Anfahrt-Zugkraft von 48 Tonnen und erreichten eine Geschwindigkeit von 125 km/Std. Die ersten Lokomotiven lieferte die Industrie neu ab Werk, die letzten beiden, Nr. 274 und 275, entstanden aus vier Ae 4/4.

Die 1988 von Werner Rohr angebotenen Bausätze hatten gefräste Seiten aus Messingblech, Fronten aus Schleuderguss und von Herr Oberholzer gebogene Dächer.

Bild: Ae 8/8 von René Mühlethaler

Nach dem 2. Weltkrieg beschafften die SBB eine Serie von 31  BDe 4/4 Personen - Gepäck-triebwagen für den Betrieb auf Nebenlinien. Die Fahrzeuge sollten zusammen mit Steuerwagen als Pendelzüge eingesetzt und durch Einheiten von Zwischenwagen den Bedürfnissen angepasst werden können. Die Originale (Nr. 1621 - 1651) wurden in den Jahren 1952 - 1955 in Betrieb gesetzt, fuhren bis 110 km/Std, hatten 1'600 PS und wogen 57 Tonnen.

Die Modelle in Spur 0 entsprechen dem Betriebszustand des Jahres 1990, haben zwei kräftige, neu entwickelte Faulhaber-Motoren, im von Werner Rohr gefrästen Messing-Antriebsblock unsichtbar eingebaute Zahräder, Neusilber-Triebräder für eine optimale Verbindung zwischen Rad und Schiene sowie neue Aussenlager und Federung des von Ulrich Lang hergestellten Epoxyharz - Lokkastens.

Bild:  BDe 4/4 SBB in Spur 0 von Donald Roschi und Dach des BDe 4/4 von Peter Ochsner

Die Vierstrom-Triebwagenzüge  RAe TEE II "Gottardo" wurden von der SBB ab 1961 in Betrieb genommen, und ab 1966 auf sechsteilige RAe-Züge erweitert. Die Länge beträgt 149,76 Meter, das Gewicht 296 Tonnen, die Höchstgeschwindigkeit 140 km/Std.

Die 50 Bausätze in Spur 0 wurden ab dem Jahr 1993 von Werner Rohr ganz aus Metall hergestellt. Das Vorbild wurde von Christian Mühlhauser gebaut. Von ihm stammten auch die Schleudergussteile für Drehgestelle und Pantos. Das Modell hat gefederte und kugelgelagerte Achsen und als Antrieb vier Faulhaber-Motoren.

Bilder: RAe TEE II in Spur 0, von Theodor Rohrer, auf der Clubanlage in Hindelbank

Der Kursleiter Werner Rohr hatte immer gute Ideen, wenn beim Bauen Probleme auftraten

Noch nicht alle 50 TEE - Bausätze von Werner Rohr sind fertig gebaut

Die erste Ae 6/6 "Gotthardlok" oder "Kantonslok", Nr. 11401 "TESSIN", wurde 1952 von der SBB in Betrieb genommen. Bis Nr. 11425 folgten die weiteren Kantone, mit Nr. 11426 - 11450 die Kantons-Hauptstädte, mit Nr. 11451 - 11520 grössere Ortschaften. Dienstgewicht 124 t, Leistung 5'830 PS, Höchstgeschwindigkeit 125 km/Std (Nr. 11414: 200 km/Std).

Von dieser Lokomotive hat Werner Rohr ab 1993 total 250 Bausätze für die Kurswochen im Tessin gebaut. Anfänglich waren Dach und Fronten aus Schleuderguss, die Seiten aus gefrästem Messing, die Antriebe je Achse mit einem schweizer Glockenanker-Getriebemotor, HRF-Zahlen und -Buchstaben, Siebdruck. Später wurden für die Gehäuse unter Mitwirkung von Albert Lang Ätzplatten verwendet, zudem neue Panto, Räder mit Stahlbandagen, neue Puffer, sechs Faulhaber-Getriebemotoren und eine angetriebene De Limom Spurkranz-Schmierpumpe. Der gesamte Bausatz umfasste 704 Bauteile. Die Bauzeit betrug etwa 600 Arbeitsstunden.

Bild: Kantonslok Ae 6/6 "Aargau" in Spur 0 von René Mühlethaler

Bild unten: Städtelok Ae 6/6 "Stadt Luzern" von Theodor Rohrer

Der RAe 4/8 SBB Schnelltriebwagen "Churchill-Pfeil“ Nr. 1021, dieses einmalig hergestellte Fahrzeug, wurde an der Landesausstellung 1939 in Zürich ausgestellt. 1946 wurde Sir Winston Churchill mit diesem eleganten Triebwagen durch die Schweiz gefahren. Das Fahrzeug wiegt 93 Tonnen, hat  1'140 PS, fährt maximal 150 km/Std und hat 112+6 Sitzplätze 1.Klasse.

Das Modell hat ein geätztes Ganzmetall-Gehäuse, Fronten Galvaform, kugelgelagerte und gefederte Drehgestelle. Als Antriebe wurden Faulhaber-Motoren, später Maxon-Motoren verwendet.

Bild: RAe 4/8 in Spur 0, von Werner Rohr, auf der Clubanlage Hindelbank

Für Fräsarbeit gibt es in der Werkstatt in Pura eine sehr gute Fräsmaschine

Der Neigezug RABDe ICN der SBB wurde im Jahr 2000 in Betrieb genommen. Nebst der Kurven-Neigetechnik ist auch der Antrieb neu: Angetrieben werden die zur Wagenmitte hin liegenden Achsen jedes Drehgestells des Spitzen- und des Schlusswagens Bt sowie der angrenzenden B-Wagen.

Der siebenteilige Modellbausatz von Werner Rohr hatte einen vorgebogenen Kasten aus Metall, der Kopf wurde in Galvaforming hergestellt. Die fertigen Wagenkästen neigen sich vorbildgerecht in den Kurven.

Bild: Neigezug RABDe ICN in Spur 0 von Stefan Casanova, im Bau

Bild: RABDe ICN Neigezug in Spur 0 von Stefan Casanova auf der Clubanlage Wil (SG)

Die Be 4/6 wurden in den Jahren 1920 (Nr. 308 BLS,  Nr. 309 - 314 GBS) und 1924 (Nr. 315 - 317 BN) in Betrieb genommen. In den Jahren 1954 - 1956 wurden sie durch Entfernung der Laufachsen und Vorbauten in Ce 4/4 umgebaut. 1958 - 1964 wurden zur Verbesserung der Fahrmotorkühlung zwei Düsengitter in die Seitenwände eingebaut. Das Original wog 64 t, leistete 1'000 PS und hatte eine Höchstgeschwindigkeit von 65 km/Std.

Die 20  Bausätze in Spur 0 hatten ein geätztes und vorgebogenes Gehäuse (Werner Rohr), "spitzenförmige" Frontlampen, der ganze Unterbau wurde von Rudolph Walther in Messing gefräst, der Antrieb erfolgte mit zwei Faulhaber-Motoren.

Bilder: Ce 4/4 in Spur 0 von Theodor Rohrer, auf der Clubanlage Hindelbank und Ce 4/4 der Sihltalbahn von Peter Ochsner

Seit dem Jahr 2007 werden die Baukurse, seit 2017 auch Bauwochen ohne Kursleitung, in Pura durchgeführt, im Centro Paladina. Dieses liegt in einer 85'000 Quadratmeter grossen, mediterranen Parkanlage. Vom Hauptgebäude, in dem sich auch das Restaurant befindet, führt ein Strässchen nach unten zur Casa di Famiglia, mitten durch die Rebberge. Dort, im Erdgeschoss, befindet sich die Sala Creativa, der Arbeitsraum für die Modellbauwochen. Nebst dem grossen und hellen Arbeitsraum stehen noch zwei kleinere Räume für die grossen Maschinen zur Verfügung.

Im Arbeitsraum hat es zehn stabile Tische, Lampen, Stühle. In den Nebenräumen hat es zwei gute Bohmaschinen, ein Drehbank, eine grosse Fräsmaschine, zwei Schleifmaschinen, eine Schneidemaschine, eine Spritzkabine, auch für K2, und eine Sandstrahlkabine.

Manchmal ist es auch notwendig, am Boden kniend zu arbeiten:

Dabei entstehen auch Modellbau-Unikate, wie diese Am 843 von André Roth

Oder Containertragwagen, auch von André Roth

Zu einer gemütlichen Kaffeepause ist alles vorhanden

Der Vorplatz vor dem Arbeitsraum steht den Teilnehmer für Arbeiten und Pause zur Verfügung

Pura und seine Umgebung laden täglich ein zu einer Morgenwanderung ein

Nach einem Sturm kann es bei der Morgenwanderung auch Überraschungen geben

Die Stationstraktoren Te I der SBB wurden zwischen 1937 und 1955 in Betrieb genommen. Mit kleinen Änderungen wurden 60 Einheiten gebaut. Auch einige Privatbahnen (BLS, EBT, HB, GFM) arbeiteten mit diesen praktischen Fahrzeugen. Anfänglich war eine Wurfhebelbremse vorhanden. Ab 1950 derfolgte der Umbau auf die Luftdruckbremse, sichtbar am Kompressorenkasten auf der Ladefläche, wodurch die Höchstgeschwindigkeit von 45 auf 60 km/Std erhöht werden konnte. Die Nr. 248 - 250 besassen zudem eine Akkumulatoren-Batterie samt Ladeeinrichtuhng zum Einsatz auf Geleisen ohne Fahrleitung. Bei den Nr. 44 - 60 wurde das Dach über die Plattform verlängert.

Die Modellbausätze hatten gefräste Messingbleche, die Achsen waren gefedert und mit Neusilber-Speichenräder versehen. Der Antrieb erfolgte wie im Vorbild über eine Achse mit Triebstangen zur zweiten Achse.  Ein schweizer Glockenanker motor, untersetzt 1 : 36, verlieh dem über 700 Gramm schweren Fahrzeug eine enorme Zugkraft.

Bild: Te I in Spur 0, mit langem Dach, von Kaspar Rohrer

Bild: Te I in Spur 0, mit kurzem Dach, von Theodor Rohrer

Die Ce 4/6, später als Be 4/6 bezeichnet, wurden von der SBB in den Jahren 1923 - 1927 beschaffen. Es war der erste elektrische Triebwagen der SBB, sein Einsatzgebiet war der Vorortsverkehr. Der Ce 4/6 wog 84 t, leistete 780 PS, fuhr bis 75 km/Std und hatte 72 Sitzplätze. Einmalig sind die "Schwanenhals-Drehgestelle", bei denen jedes mit zwei äusseren angetriebenen Achsen und einer mittleren Laufachse versehen ist.

Bild: Ce 4/6 in Spur 0 von Felix Fuchs

Im Februar 1997 stellten die SBB den neuen Intercityzug, den IC 2000 Doppelstockzug, anlässlich einer Pressefahrt erstmals der Öffentlichkeit vor. Seither sind die Wagen als achtteilige Interregio Pendelzüge mit Bistrowagen oder neun- bis zehnteilige Intercity mit Speisewagen und einer Re 460 unterwegs.

Die Bausätze für die Modelle in Spur 0 (Werner Rohr) bestanden aus einem geätzten, fertig gebogenen Metallgehäuse, Fensterrahmen wurden eingesetzt. Das Fahrwerk bestand aus modifizierten EW IV - Drehgestellen von Hermann, die Wagenböden aus einer Aluminiumplatte, die Inneneinrichtungen aus ABS Kunststoffplatten, die Sitze von Hermann.

Bilder: Bistro-Wagen Spur 0, von Donald Roschi und Doppelstockzug in Spur 0 von Peter Ochsner

Vom Gepäcktriebwagen  BDe 2/4 wurden 1932/3 für die EBT 11 Stück und einer für die SMB gebaut.Die Leistung entsprach genau 50% der Be 4/4. Die Vielfach- und Fernsteuerung erlaubte die Bildung von Pendelzügen mit den ABt 321 - 324. Sie wogen 59 t, leisteten 800 PS und fuhren bis 80 km/Std. Der Einsatz des BDe 2/4 nach Wasen im Emmental führte zur Bezeichung "Wasenmareili" für dieses Fahrzeug.

Das Modell, nach dem Vorbild der 1960er Jahre gebaut, hat zwei Maxonmotoren.

Bild: BDe 2/4 "Wasenmareili" in Spur 0 von Werner Rohr

Die fünf Triebwagenzüge ABDe 4/8 "Blauer Pfeil" wurden 1964 in Betrieb gesetzt: Nr. 751 BLS, Nr. 752 SEZ, Nr. 753 GBS und Nr. 754 + 755 BN. Sie waren mit der Vielfach- und Fernsteuerung SBB System III ausgerüstet und konnten unter sich und von den Steuerwagen 950 - 991 aus bedient werden. Sie wogen 96 t, hatten vier Fahrmotoren, leisteten 1'600 PS, fuhren bis 125 km/Std und hatten total 128 Sitzplätze. Sie wurden im Jahr 2003 ausrangiert.

Der Bausatz für dieses Modell wurde von Hans Lei hergestellt und im ersten, von Hans Lei angebotenen Baukurs in Pura, zum Bau angeboten.

Bild: ABDe 4/8 "Blauer Pfeil" in Spur 0, von Theodor Rohrer, auf der Clubanlage Hindelbank

Die neuen Personen-Rangierlok Ee 922 "Papamobil" von Stadler Rail wurden 2009 - 2010 an die SBB ausgeliefert. Sie ersetzten die Stangenrangierlokomotiven Ee 3/3 in grösseren Bahnhöfen.

Das Modell hat gefederte Achsen, einen Faulhabermotor mit 2,6 W Leistung, das Gehäuse gefräst aus Messing- und Kupferblech, Einholm-Pantograf, Spitzenlichter, Federpuffer und Modellkupplungen. Hergestellt wurden von Werner Rohr 30 Bausätze für Erwachsene und 20 Bausätze für Schüler.

Bild: Ee 922 "Papamobil - Schülermodell", von Charlotte Ochsner

Der Leichttriebwagen Ce 2/4 Nr. 787, "Chrotteschnure", wurde 1935 in Betrieb genommen und erfreute sich sofort grosser Beliebtheit und erhielt den Übernahmen "Blauer Pfeil". Später wurde er wegen dem Aussehen der Front al "Chrotteschnure" bezeichnet. Erbauer des Wagenkastens war die SIG. Das Gewicht betrug 35 t, die Leistung 300 PS, die Höchstgeschwindigkeit 90 km/Std und die Sitzplatzzahl 57+8.

Das Modell ist gefräst und grösstenteils aus Messing, angetrieben mit zwei Faulhaber 13/19 Motoren, vorbildgerecht nur auf eine Achse pro Drehgestell. Antriebsblock und Aussenlager sind gefedert, die Achsen sind kugelgelagert. 15 verschiedene Schleudergussteile gehörten auch zum Bausatz von Werner Rohr.

Bild: Ce 2/4 "Chrotteschnure" von Theodor Rohrer, auf der Clubanlage Hindelbank

Am 02.11.2012 feierten in Pura zahlreiche damalige und ehemalige Kursteilnehmer das Jubiläum "Werner Rohr - 60 Jahre Modellbau". Walter Oerly würdigte in seiner Laudation die grossen Verdienst des Modellbauers Werner Rohr: (Zitat)

"Natürlich steckt in allem was er tut harte Arbeit, Fleiss und Zielstrebigkeit. Daneben aber versteht er es, überraschende Lösungen und Ideen zu finden und sich so von keinem Problem unterkriegen zu lassen. Erschwingliche Materialien und Konstruktionsprinzipien machen seine Bausätze erst möglich.    -    Und damit sind wir bei Werner's wichtigstem Talent angelangt: Seine Fähigkeit, die verschiedensten Menschen nach ihrer eigenen Façon selig werden zu lassen, so dass sie am eigenen Tun grosse Freude haben, auch wenn es nicht perfekt ist.   -   Für die Jugend schuf er preisgünstige Kurse und einfache Bausätze.  -  Im Namen der ganzen Korona danke und gratuliere ich."

Werner Rohr hat seine Modellbautätigkeit Ende 2016 eingestellt, und  befindet sich jetzt auf einer grossen Velotour durch Europa.

Die Niederflur-Nahverkehrszüge RABe 525, "NINA", wurden zwischen 1998 und 2005 von den BLS beschafft, als zwei- bis vierteilige Triebzüge. Der Antrieb erfolgt durch zwei Triebdrehgestelle under den Führerständen, zwischen den Wagen sind Jakobsdrehgestelle. Die vierteilige Einheit wiegt 78 t, ist 61,9 Meter lang und fährt maximal 140 km/Std.

Werner Rohr hat 10 vierteilige Bausätze hergestellt, in Messing.

Bild: Zwei RABe 525 "NINA", Spur 0, von Donald Roschi

Die Liste der Kursteilnehmer in Ponte Tresa und Pura ist lang. Viele Teilnehmer haben an mehreren Fahrzeugen während den Kursen gebaut, und später die Fahrzeuge zu Hause fertiggestellt. Das Bild zeigt, stellvertretend für viele, ein Teil der Sammlung von Peter Ochsner, darunter das Bild der De 4/4 (= RFe 4/4) der Sihltalbahn, von Peter Ochsner

Für den Pendelzug der Sihltalbahn verwendete Peter Ochsner einen Bausatz von Hans Lei

Aus Blechresten entstand dieser Containertragwagen von Peter Ochsner.

Er wird gezogen von der Ee 922, gebaut von Charlotte Ochsner

Viele Teilnehmer an den Kursen haben auch an weiteren Bausätzen gearbeitet.

Dazu einige Bilder von Felix Fuchs:  die Be 4/6 (roh), die Bm 4/4 und die Ce 6/8 und der Postwagen Z30 514

Jeder Teilnehmer an den Kursen und den Bauwochen nimmt sein "kleines" Arbeitswerkzeug-sortiment selbst mit (Lötstation, Zangen, Feilen, Handbohrmaschine, usw.)

Auch Modelle in H0 wurden im Tessin gebaut. Zum Beispiel von Stefan Casanova

Auch Fahrzeuge aus Deutschland wurden gebaut, zum Beispiel von Max Mohaupt

Auch ganz alte Bausätze werden noch verwendet: Hier der FRISA-Bausatz des RAe 2/4  1001 "Roter Pfeil", gebaut von Theodor Rohrer

Oder auch besondere BLS-Modelle, die Lieblinge von Fredi Rodel

Oder der "Hochzeitszug" von Werner Rohr, in Spur 0m, aus 3D-Materialien

Auch Fantasiefahrzeuge werden gebaut. Theodor Rohrer baute für einen YB-Fan einen Güterwagen zum Transport des letzten und des nächsten Meisterschaftspokals

Auch Prototypen entstehen im Tessin: Hier der Be 4/4 545 "Wellensittich" von Werner Rohr

Gehört die Zukunft des Eisenbahn Modellbaus der 3D-Technik? Werner Rohr hat einige wenige Bausätze des historischen Zuges der Berninabahn bereitgestellt. Zur Zeit sind die Ansichten über die Verwendung der 3D-Technik noch sehr geteilt. Neuere Modelle in 3D von Herrn Kunz (siehe Link "Dachslenberg") konnten aber bereits anspruchsvolle Modellbauer begeistern.

Bilder: Der historische Berninazug in Spur 0m von Theodor Rohrer

Von Werner Rohr wurden noch weitere Fahrzeuge in 3D-Technik, in Spur 0m,  hergestellt

Der tägliche TGV von Bern nach Paris wird seit 2011 durch die Gesellschaft LYRIA betrieben. Der zehnteilige Zug (zwei Triebwagen, sieben Personenwagen, ein Bistrowagen) fährt via Basel - Mühlhausen - Dijon. Er erreicht zeitweise eine Geschwindigkeit von 320km/Std. Die Triebwagen, verbunden durch zwei Doppelstockwagen, bildeten am 3. April 2007 den legendären Weltrekordzug, der eine Geschwindigkeit von 574,8 km/Std erreichte.

Das letzte grosse Bausatz-Werk von Werner Rohr war nun dieser Zug. Er stellte 5 Bausätze her, in Messing, die Triebköpfe in Galvaforming, angetrieben von zwei oder vier Maxonmotoren.